Verhaltenssucht: Hilfe bei zwanghaftem Verhalten und Abhängigkeit in München und online
Was ist eine Verhaltenssucht?
Aus medizinisch-therapeutischer Sicht wird unter der Verhaltenssucht eine nicht stoffgebundene Abhängigkeitserkrankung verstanden - also stoffungebunden, bei der keine psychotropen Substanzen von außen zugeführt bzw. eingenommen werden und die sich durch exzessive, autonom gewordene Verhaltensweisen auszeichnet.
Verhaltenssüchte entwickeln sich häufig schleichend. Anfangs dient das Verhalten oft der Ablenkung, Beruhigung oder emotionalen Entlastung. Mit der Zeit entsteht jedoch ein zunehmender Kontrollverlust.
Allerdings nicht alle Verhaltensweisen, die dem Menschen Freude bereiten und exzessiv durchgeführt werden, sind grundsätzlich immer als süchtige Verhaltensweisen einzustufen.
Häufige Formen von Verhaltenssucht
- Sportsucht
- Sexsucht, Pornosucht
- Kaufsucht
- Arbeitssucht
- Medien- und Internetsucht, Computerspielsucht, Handy-Sucht, Social-Media-Sucht
- Sammelsucht, Messie-Syndrom
- Esoteriksucht
- Abhängigkeit von KI und KI-Partnern
Viele Betroffene leiden oftmals zusätzlich unter Stress, Ängsten, innerer Leere oder emotionaler Überforderung.
Rauchentwöhnung und Tabaksucht
Rauchentwöhnung und Tabaksucht gehören nicht zu den Verhaltenssüchten.
Typische Symptome einer Verhaltenssucht
Typisch ist das Gefühl, das eigene Verhalten nicht mehr ausreichend kontrollieren zu können. Viele Betroffene erleben einen inneren Drang oder starken emotionalen Druck, bestimmte Handlungen immer wieder auszuführen — obwohl diese langfristig belastend oder schädlich sind.
- Kontrollverlust über das eigene Verhalten
- zwanghaftes Wiederholen bestimmter Handlungen
- gedankliche ständige Beschäftigung mit dem Verhalten
- Vernachlässigung von Beziehungen oder Alltag
- heimliches Verhalten
- Schuldgefühle oder Scham
- emotionale Abhängigkeit
- innere Unruhe bei Verzicht
- steigender Zeitaufwand
- Rückzug
- emotionale Überforderung
- finanzielle oder berufliche Probleme
Viele Betroffene versuchen zunächst, das Verhalten zu kontrollieren oder einzuschränken. Häufig gelingt dies jedoch nur kurzfristig.
Mit zunehmender Belastung entstehen nicht selten Konflikte in Beziehungen, Stress, depressive Verstimmungen oder starke Selbstzweifel.
Verhaltenssucht und psychische Belastungen
Verhaltenssüchte treten häufig gemeinsam mit anderen psychischen Belastungen auf. Viele Betroffene leiden zusätzlich unter:
- Depressionen
- Ängsten
- Stress
- Burnout
- emotionaler Leere
- Einsamkeit
- geringem Selbstwertgefühl
- Beziehungskonflikten
- traumatischen Erfahrungen
Das zwanghafte Verhalten dient häufig dazu, unangenehme Gefühle kurzfristig zu verdrängen oder innere Spannungen zu reduzieren.
Dadurch entsteht jedoch oft ein belastender Kreislauf aus kurzfristiger Erleichterung und langfristig zunehmendem Leidensdruck.
Eine therapeutische Begleitung kann helfen, die zugrunde liegenden emotionalen Muster besser zu verstehen und neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
Angehörige von Suchtkranken und Co-Abhängigkeit
Oft wird vergessen, dass die Angehörigen im Zusammenhang mit der Sucht durch die Folgen ebenso betroffen sind und in Mitleidenschaft geraten. Partner, Kinder, Eltern und Geschwister werden zu einem Teil des „Suchtnetzwerkes“ und bekommen die Veränderungen des Betroffenen im Verhalten und Gesundheitszustand mit.
Die Angst vor den Auswirkungen, dem drohenden Verlust des Arbeitsplatzes oder der Wohnung, die mit einer Gefährdung der Existenz einher geht, sowie Schuldgefühle, Wut, Hilflosigkeit und Scham werden zu ständigen Begleitern.
Verzweifelt suchen die Angehörigen nach Wegen, dem Suchtkranken zu helfen und geraten immer mehr in eine gegenseitige Verstrickung, die letztlich keinen Ausweg erkennen läßt – die Co-Abhängigkeit nimmt ihren Lauf.
Wer immer sich in einer co-abhängigen Beziehung befindet, kann davon ausgehen, dass er/sie auf Dauer selbst krank wird. Die Folgen können, sofern sie nicht erkannt und therapiert werden, sehr dramatisch sein und letzten Endes sogar zum Suizid führen. Mehr zu Hilfe und Therapie für Angehörige von Süchtigen
Therapie bei Verhaltenssucht
Viele Menschen versuchen lange Zeit, ihr Verhalten alleine zu kontrollieren. Wenn zwanghafte Verhaltensweisen jedoch zunehmend den Alltag, Beziehungen oder die psychische Gesundheit belasten, kann professionelle Unterstützung sinnvoll sein.
Psychotherapie kann Menschen mit Verhaltenssucht dabei unterstützen, zwanghafte Verhaltensmuster besser zu verstehen, schrittweise zu verändern und langfristig mehr Selbstkontrolle und Lebensqualität zu entwickeln.
- Kontrollverlust reduzieren
- emotionale Auslöser erkennen
- alternative Bewältigungsstrategien entwickeln
- Stress besser regulieren
- Selbstwertgefühl stärken
- emotionale Stabilität aufbauen
- belastende Beziehungsmuster verändern
- Rückfälle vorbeugen
Viele Betroffene erleben erstmals ein besseres Verständnis dafür, welche Gefühle, Konflikte oder Belastungen hinter dem zwanghaften Verhalten stehen.
Je nach individueller Situation können verschiedene Methoden, Coaching, traumasensible Verfahren, EMDR oder hypnotherapeutische Ansätze hilfreich sein.
Durch meine frühere, langjährige Tätigkeit im Musik-Business und Arbeit in Suchtkliniken habe ich sehr viele real-life Erfahrungen mit Süchten und Abhängigkeiten von Menschen machen können. Daher ist mir der Umgang in diesem Bereich sehr vertraut und alles andere als "nur Theorie".
Prävention von Verhaltenssucht
Suchtverhalten kann weitestgehend als das Ergebnis einer gescheiterten Problemlösung betrachtet werden. Daher bedeutet Suchtprävention, bzw. gesundheitliche Prävention bei jungen Menschen mehr, als nur das Wissen um Sucht und Drogen, sondern beinhaltet die Reflexion und Förderung des Bewusstseins, ebenso wie die Berücksichtigung anderer Einflüsse. Denn, wem eine Palette gesunder Wahlmöglichkeiten zur Verfügung steht, der kann auf adäquate Weise lösungsorientiert handeln.
In der heutigen Suchtprävention steht weniger die Droge selbst im Zentrum, sondern vielmehr die Faktoren, die zur Drogenabhängigkeit führen, bzw. davor schützen.
Daher ist es vor allem auch bei der Erziehung von Kindern sinnvoll, wenn alle Erziehungsbeteiligten dazu beitragen, dass schon von früh auf das Nötige getan wird, um die Lebenskompetenz des Einzelnen zu stärken.
Ihr nächster Schritt
Je früher Unterstützung erfolgt, desto besser lassen sich belastende Muster häufig verändern.
Vereinbaren Sie einfach heute noch einen Termin für ein unverbindliches und kostenfreies Vorgespräch, vor Ort in der Praxis oder auch online, falls es Ihnen nicht möglich ist persönlich vorbei zu kommen.
